"LENTIUS, PROFUNDIUS, SUAVIUS"
GRÜNE    UMWELT    BESCHLUSSANTRÄGE

    
MASSNAHMEN ZUR BEKÄMPFUNG DES BAHNLÄRMS - BESCHLUSSANTRAG

Umwelt und Lebensqualität in Südtirol haben sich in den letzten Jahren spürbar verschlechtert. Mit den Emissionen, die die Luftqualität beeinträchtigen, bildet vor allem die Lärmentwicklung einen Dauerangriff auf die Gesundheit vieler Bürgerinnen und Bürger, die entlang der großen Verkehrsachsen leben. Neben dem ständig erhöhten Lärm in den Stadtzentren, steigert sich das durch den Bahn- und Autoverkehr generierte Lärmniveau unaufhaltsam.
Eisen- und Autobahn machen Tausenden von Südtirolern das Leben schwer, wenn nicht zur Hölle. Schwerfahrzeuge auf der Straße, Güterzüge auf der Schiene sind rollende Lärmbomben. Zudem hat der Schienengüterverkehr zugenommen, da die Straße überlastet ist. Viele Messungen entlang der Bahn- und Autobahnstrecken bestätigen die ständige Überschreitung der gesetzlich vorgesehenen Grenzwerte.
Ein neues Landes-Lärmgesetz ist nicht in Sicht, die gesetzlich vorgeschriebene Lärm-Mappierung kommt nur zögernd voran. Trotz vielfältiger anderer Umweltprobleme kann in diesem sensiblen Bereich nicht länger gezögert werden. Die Gesundheit vieler Anrainer ist unmittelbar und akut gefährdet, ärztliche Zeugnisse und Aussagen autoritativer Mediziner weisen in aller Klarheit darauf hin. Hier müssen Umwelt- und Gesundheitspolitik unmittelbar eingreifen und wirkungsvoll zusammenarbeiten.
Vordringlich aber ist es, neben der Autobahn vor allem auf die Bahn, namentlich auf Trenitalia und RFI einzuwirken, um eine überfällige Besserung der Situation zu erzielen. Das 2003 in Kooperation zwischen RFI und Land entwickelte Programm an Lärmschutzwänden hat kaum Wirkung gezeigt. Zwar wurden auf 12 km Lärmschutzwände um Gesamtkosten von über 10 Mio. € errichtet, der Effekt war jedoch nur dürftig. Die Verlagerung von der Straße auf die Schiene macht Fortschritte, steigert aber auch das Lärmniveau
Verzweifelte Bürger wenden sich vergebens an Bahn und Politiker, bis auf Vertröstungen und Einzelmaßnahmen wie Schallschutzfenster kommt keine Reaktion. Auch die Hoffnung auf den Brennerbasistunnel als Ausweg aus der Lärmfalle wird immer vager; die ursprünglich versprochene Realisierungsfrist von zieht sich unausweichlich in die Länge.
Die genannten Gründe legen es der Landesregierung nahe, ja machen es ihr sogar zur Pflicht, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger an den Bahnstrecken zu schützen. Zwei Strategien sind vordringlich:

• die Erfassung der besonders lärmexponierten Zonen entlang der Strecke
• die Verhandlung mit den zuständigen Abteilungen von RFI/Trenitalia
• die Ermittlung und der Aufbau innovativer, wirkungsvoller Lärmschutzzsysteme

Daher verpflichtet der Südtiroler Landtag die Landesregierung:

1. In kurzer Frist eine Übersicht über die vom am Lärm entlang der Bahnstrecken am stärksten betroffenen Gebiete zu erarbeiten;
2. In kurzer Frist einen Mehrjahresplan vorzulegen, der ab 2007 einzelne Stufen zur Bekämpfung des Bahnlärms, zeitlich gestaffelt nach der Schwere der betroffenen Gebiete, festschreibt;
3. Sich umfassend über wirksame Lärmbekämpfungssysteme zu informieren, um die besten und wirkungsvollsten Maßnahmen zu treffen.
4. entsprechende Verhandlungen mit den zuständigen Dienstellen der Bahn aufzunehmen;
5. Bereits für 2007 und die folgenden Jahre im Landeshaushalt die Finanzierung eines Lärmschutzprogramms vorzusehen.


Dr. Hans Heiss
Dr. Cristina Kury
Dr. Riccardo Dello Sbarba     


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