"LENTIUS, PROFUNDIUS, SUAVIUS"
GRÜNE    WIRTSCHAFT/SOZIALES    BESCHLUSSANTRÄGE

    
THERMEN-HOTEL MERAN. WIE WEITER?

Ein Beschlussantrag der Grünen bezüglich Sanierungsplan und Transparenz der Entscheidungen bei den Thermen Meran (siehe unten) verfehlt ganz knapp die Mehrheit im Landtag: 10 Stimmen dafür, 10 dagegen und 1 Enthaltung. Die im Antrag zitierten Zahlen stammen aus dem kürzlich bei der Handelskammer hinterlegten Rechnungsabschluss 2007 der Thermen AG.

Der Text des Beschlussantrages:

Hotel Therme Meran: Wer soll das bezahlen?

Mit dem Jahresverlust 2007 von 8.650.192 Euro erreicht der Gesamtverlust der Therme Meran AG eine Summe von 25.980.168 Euro und somit eine Höhe von über 40% des Kapitals, womit der Artikel 2446 ZGB anzuwenden ist, der eine Herabsetzung des Kapitals infolge von Verlusten von mehr als einem Drittel vorsieht. Die Aktionärsversammlung vom 29.04.2008 hat den Verlust 2007 vorgetragen, womit im nächsten Jahr eine Kapitalherabsetzung zivilrechtlich notwendig wird. Dies auch, wenn man die Kapitalerhöhung durch das Land vom 04.03.2008 einrechnet und vom vorhersehbaren Verlust 2008 absieht. Die Kapitalherabsetzung wird eine weitere Rekapitalisierung durch das Land nach sich ziehen.

Die finanzielle Situation der Therme AG ist katastrophal: die Bankschulden haben gegenüber 2006 noch um 1 Mio. zugenommen und betrugen am 31.12.2007 Euro 84.351.823. Die Netto-Zinsenlast betrug im Jahre 2007 € 3.909.000  (davon  € 2.562.000 für das Hotel) mit einer Erhöhung von € 1.347.000  gegenüber dem Vorjahr.

Es stellt sich die Frage, wie die Therme AG jemals aus dieser Situation herauskommen kann, zumal die Landesregierung versprochen hat, keinen Euro für das Hotel zu zahlen. Das heißt, dass die 41,5 Mio. Baukosten (ohne Zinsen) für das Hotel und die bisherigen Verluste für das Hotel (2006: € 3.180.000 und 2007: € 4.510.000) völlig ungedeckt sind, bzw. ausschließlich durch Bankkredit finanziert sind.

Ein etwaiger Verkauf des Hotels müsste mindestens 50 Mio. Euro erbringen, damit das Verspre-chen der Landesregierung einigermaßen eingelöst wäre. Wenn man weiß, dass bisherige Kaufangebote erheblich unter dieser Summe liegen (teilweise bis zur Hälfte darunter) und dass der Kaufpreis ja auch den Geschäfts- oder Firmenwert (zentrale Lage, direkte Verbindung mit der Thermenanlage, Image, Kundenstock eines mit viel Werbung eingeführten Hotels usw.) beinhaltet, dann heißt das, dass das Hotel viel zu teuer gebaut worden ist. Bei einem Verkauf ist ein Verlustgeschäft zu Lasten des Steuerzahlers also vorherzusehen. Zudem kann der Verkaufserlös des Hotels die Bankschulden der Thermen AG nicht abdecken, sondern im günstigsten Fall halbieren.

Dies vorausgeschickt,

beauftragt der Landtag die Landesregierung,

  • dem Landtag innerhalb September einen Sanierungsplan vorzulegen,
  • dabei klare Auskunft über eingegangene Angebote zum Ankauf des Hotels zu geben,
  • den zukünftigen „Landesbetrieb“ Therme Meran buchhalterisch so zu erfassen, dass weiterhin eine wirtschaftliche Erfolgsrechnung möglich ist, um die Vergleichbarkeit mit ähnli-chen Strukturen zu garantieren.

 

Bozen, den 10.06.2008


Cristina Kury

Hans Heiss

Riccardo Dello Sbarba


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