"LENTIUS, PROFUNDIUS, SUAVIUS"
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GRAVIERENDE EINKOMMENSSCHWÄCHE DER SÜDTIROLERINNEN

Neue AFI-Studie zeigt ein ernüchterndes Bild: Nicht nur Sozialpartner, auch die Politik muss handeln.
 
Die jüngste Studie des Arbeitsförderungsinstituts (AFI) ist ein erhellendes Dokument: Obwohl die Einkommen der Südtiroler deutlich angestiegen sind und nur mehr zu knapp 10% unter 1000 € liegen, hat sich die gefühlte und reale Einkommenslage der Bürgerinnen und Bürger sprunghaft nach unten entwickelt. Empfanden 2005 erst 36% das eigene Einkommen als ungenügend, so sind es 2008 bereits 63,1%, mithin knapp zwei Drittel der Befragten. Rund 45% der Befragten würden eine Lohn- und Gehaltsaufbesserung zwischen 100 und 300 € als notwendig erachten. Besonders negativ: Frauen und Jugendliche sind in ihrer Einkommenslage deutlich schlechter gestellt; Landwirtschaft, Handel und Tourismus weisen die schwächste Lohnentwicklung auf. Hingegen stabilisieren qualifizierte Arbeitsplätze in Industrie, öffentlicher Verwaltung und in Großunternehmen die Einkommen noch am ehesten.

Die Sozial- und Wirtschaftspolitik des Landes bedarf einer drastischen Kehrtwende:

 

  • Notwendiger denn je ist der Abschluss territorialer Zusatzverträge, um die schwächeren Einkommen im teuren Südtirol deutlich zu steigern. Das Land Südtirol sollte diese Bereitschaft fördern und die Wirtschaftsförderung auch an den nachgewiesenen Abschluss solcher Zusatzverträge koppeln.

 

  • Die Industriepolitik Südtirols muss auf den Ausbau hochqualifizierter Arbeitsplätze und größerer Unternehmen setzen. Die flexible und familienbetriebliche Struktur der Südtiroler Unternehmen bleibt zwar weiterhin ein bestimmendes Merkmal der regionalen Wirtschaft, unser Land bedarf aber dringend größerer Unternehmen mit erhöhten tariflichen und sozialen Leistungen. Dies sind auch bestimmende Kriterien bei der Förderung von Innovation und dem Aufbau der Ansiedlungsgesellschaft BLS.

 

Der tiefgreifende Strukturwandel und die Stärkung der Einkommenslage ist eine wichtige Aufgabe nicht nur von Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften, sondern ist auch von der Südtiroler Politik als dringende Priorität zu erkennen und zügig umzusetzen.

 


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