CORINNE DISERENS ENTLASSEN: EIN BAUERNOPFER FÜR DEN FROSCH-SKANDAL
Der Stiftungsrat des Museions hat Corinne Diserens mit sofortiger Wirkung aus der Direktion entlassen. Offizieller Grund: Überschreitung des Budgets um 500.000 €, inoffiziell war aber gewiss die sog. Frosch-Affäre ausschlaggebend. Somit ist der Rauswurf eine Retourkutsche für den Stimmenverlust der SVP und der zuständigen Landesrätin; der finanzielle Entlassungsgrund dagegen wohl nur zweitrangig.
Denn hat man in Südtirol je davon gehört, dass ein Verwalter des Landes oder von Landesgesellschaften wegen schlechter Haushaltsgebarung oder Verschwendung entlassen worden wäre? Bei zahlreichen Projekten und Bauten, in denen Dutzende von Millionen vergeblich in den Sand gesetzt wurden, ist in keinem Fall ein ähnlicher Schritt erfolgt. Zudem tragen der Stiftungs- und der Aufsichtsrat Mitverantwortung an überzogenen Kosten und können sich nicht auf Nicht-Wissen hinausreden. Die Entlassung trägt den Beigeschmack eines Racheakts und dient dazu, künftige Bewerber um den Direktions-Job vorweg zu disziplinieren. Mag Frau Diserens in Management-Fragen auch daneben gegriffen haben, so bleibt doch der üble Eindruck, dass hier ein Exempel statuiert wurde.
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