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SPRENGUNGEN IM VORFELD DER SONNENBURG

Alarmstufe Rot für hochrangiges Kulturgut!

Die Untertunnelung von Sonnenburg fordert – wie erwartet und befürchtet - einen hohen Preis: Der Bau des Tunnels zur Neutrassierung der Pustertaler Straße beeinträchtigt nicht nur eines der schönsten Landschaftsensembles von Tirol, sondern attackiert nun auch massiv wertvolle Kulturdenkmäler.
Denn das, was Heimatpfleger, Kunsthistoriker und Umweltschützer im Vorfeld des Baus befürchtet hatten, ist nun eingetreten. Die Sprengungen zum Vortrieb des Tunnels erschüttern den Hügel des ehemaligen Klosters und beschädigen in der Krypta die Freskenbestände aus romanischer Zeit. Schadensbilder und Risse treten bereits jetzt auf, obwohl die Sprengungen und der Vortrieb noch in relativ großem Abstand vom Klosterhügel erfolgen. Es ist zu befürchten, dass sie sich ausweiten und die Kunstbestände irreversibel beschädigen.

  • Das unverzügliche Eingreifen des Amts für Bau- und Kunstdenkmäler und der Abteilung Hochbau ist begrüßenswert. Es ist aber fraglich, ob nach dem notwendigen Baustopp die Bauweise auf einen vibrations- und schadensfreien Vortrieb umgestellt werden kann. Zunächst aber ist zu prüfen, ob die Baufirma alle im Vorfeld vereinbarten Auflagen erfüllt hat. Daran bestehen Zweifel: Mitte letzte Woche sind heftige Sprengungen gegen 23.00 Uhr nachts und damit außerhalb jeder zulässigen Bauzeit erfolgt. Jede weitere Arbeit darf nur unter strengsten Auflagen und sorgsamstem Monitoring erfolgen.
  • Die betroffenen Bewohner von Sonnenburg und St. Lorenzen haben Anspruch auf einen möglichst Landschaft schonenden Weiterbau der Straße in ihrem Einzugsgebiet. Hier sollte die Landesregierung endlich die Tobl-Variante überprüfen lassen, die als Umfahrung besser und wohl auch kostengünstiger wäre als die „Klosterwald-Variante“ in unmittelbarer Nähe der Sonnenburg.

Eines der schönsten Landschaftsbilder Tirols und seine Bewohner zahlen einen hohen Preis für die neue Straße; diese Kosten sollten jetzt minimiert werden, bevor es zu spät ist.
Wem Landschaft und Kultur unseres Landes am Herzen liegen, ist bestürzt darüber, dass Kulturdenkmäler ersten Ranges wie die Sonnenburg solchen Risiken ausgesetzt werden.  Die Gefährdung der Sonnenburg ist keine lässliche Bausünde, sondern ein Testfall für das kulturelle Gewissen Südtirols.



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